Deutsches Studienzentrum in Venedig

Personen/Projekte aktuell

Dezember 2022

  • Post-Doc
    Kunstgeschichte
    Von Dezember 2022 bis Februar 2023
  • „Selbstdarstellung und Selbstwahrnehmung venezianischer Frauen, 1580 bis 1620“
    Dissertationsprojekt

    Geschichte der Frühen Neuzeit/Universität des Saarlandes, Prof. Wolfgang Behringer
    Im Jahr 1600 erschienen mit Lucrezia Marinellas Nobiltà et l’Eccellenza delle Donne […] und Moderata Fontes Merito delle Donne zwei Druckwerke auf dem venezianischen Buchmarkt, die in der Forschung der letzten Jahrzehnte ausgiebig untersucht und analysiert wurden. Der Grund für diese vermehrte Aufmerksamkeit ist, neben dem philosophischen und literarischen Wert der Schriften, auch die geschlechtliche Identität der Autorinnen. Als Frauen, so scheint es, beschrieben Marinella und Fonte nicht nur die gesellschaftliche Rolle der Frauen, sondern boten auch Einblicke in ihre Selbstwahrnehmung als Angehörige dieser Gruppe. Während die Vorgänger Marinellas und Fontes – unter ihnen Leonardo Bruni, Juan Luis Vives, Baldassare Castiglione, Lodovico Dolce und Agrippa von Nettesheim – über Frauen nur als „das Andere“ schreiben konnten, reflektierten die beiden Autorinnen ihre eigene ideelle, aber auch reale Position in der venezianischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts, die Erwartungen, die an sie gestellt wurden und die Möglichkeiten, die sich ihnen aufgrund ihres Geschlechts eröffneten und – in weit größerem Maße – verschlossen. Vor allem das Werk Fontes wird mitunter als direktes Zeugnis eines weiblichen Selbstbewusstseins gelesen, das aus einer durch die Dualität zwischen zwei Geschlechtern bestimmten Verfasstheit heraus geschrieben wurde. Diese These wird im Zuge des Dissertationsprojekts in Frage gestellt: Durch einen Vergleich unterschiedlicher archivalischer Quellen wie Testamenten, Straf- und Zivilgerichtsprozessen, Briefen oder Petitionen wird das Selbstverständnis der unterschiedlichen Akteurinnen innerhalb der venezianischen Gesellschaft untersucht und so unser bisheriges Wissen um die Bedeutung des „Frau-seins“ in der Frühen Neuzeit erweitert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann im Kontext der Querelle des Femmes gedeutet, um so einen Eindruck davon zu vermitteln, ob und wie dieser Streit das Selbstbild und den Standpunkt der Frauen aufgriff und darstellte und welche Relevanz die im Streit der Geschlechter diskutierten Argumente also tatsächlich hatten.
    Von November 2022 bis April 2023
  • Die Stimme als Brücke: Mexiko, Italien, Schweiz, Deutschland, USA und Frankreich
    Kunststipendium

    Musik/Komposition
    Während meiner Residenz werde ich folgende Projekte entwickeln: Lieder für Klavier, Stimme und Streicher mit Elektronik (eventuell mit Perkussion), mit eigenen Texten, die schließlich auf ein Album mit meiner Stimme aufgenommen werden. Ein Werk für Cello und Klavier für das Sommet Musicaux Festival in Gstaad, Schweiz, und ein Chorwerk im Auftrag des Los Angeles Master Chorale, das 2023 in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles uraufgeführt wird. Ich werde auch an dem Konzept für eine Komposition einer neuen Oper mit dem Titel "Hotel Moctezuma" arbeiten, die von der Uraufführung von Vivaldis Oper "Motezuma" im Theater Sant'Angelo in Venedig, in Verbindung mit Alejo Carpentiers "Concerto Barroco" inspiriert ist (eine Zusammenarbeit zwischen Mexiko, Deutschland, Frankreich, Polen und Italien).
  • Olga. Ein Zwiegespräch (Arbeitstitel)
    Roman
    Kunststipendium

    Literatur
    2017 schrieb ich im Auftrag von NDR, WDR und DLF das künstlerische Radio-Feature Ezra Pound Reloaded. Was vom Dichter übrig bleibt. Nachgesang, das für den internationalen Hörfunkpreis Prix Marulic nominiert wurde. Es beginnt und endet auf der Friedhofsinsel San Michele in der Lagune von Venedig: Ezra Pound liegt dort nicht an der Seite der britischen Künstlerin Dorothy Shakespear, mit der er bis zu seinem Tod fast sechzig Jahre lang verheiratet gewesen war. Vielmehr wurde 1996 neben ihm die amerikanische Violonistin Olga Rudge beigesetzt, die rund fünf Jahrzehnte lang seine Geliebte war und Mutter seines einzigen leiblichen Kindes, der Tochter Mary. Fast ein Vierteljahrhundert nach Pounds Tod verstarb Olga Rudge im Alter von 100 Jahren auf der Brunnenburg, Marys Wohnsitz oberhalb der Stadt Meran in Südtirol. Ihr Nachlass enthält Briefe, Tagebücher, Andenken, Fotos und Aufzeichnungen über das Leben mit Pound in Italien sowie zahlreiche Tonaufnahmen, die belegen, wie sie in ihrem Haus in Venedig versuchte, den im Alter freiwillig verstummten Dichter wieder zum Reden zu bringen.
    In meinem Roman sichtet Olga Rudge ihr Archiv in Venedig und nimmt dabei mit einem Kassettenrekorder Gespräche mit dem verstorbenen Geliebten auf. Wichtig ist ein Foto ihrer Sammlung: Es zeigt sie 1944 in ihrem Haus in Sant' Ambrogio bei Rapallo zusammen mit Ezra und Dorothy Pound. Das Ehepaar zog während der deutschen Besatzung bei ihr ein, nachdem es die eigene Wohnung verloren hatte - trotz Pounds Radiopropaganda für Mussolini. Im Roman will ich der Frage nachgehen, warum die einst erfolgreiche Musikerin ihr Leben einem machistischen Mann unterwarf, der sich nie völlig zu ihr bekannte, und von welcher Bedeutung dabei der faschistisch-autoritäre Zeitgeist gewesen sein mag.
  • Zwischen Hunger und Völlerei: Ernährungstrends im Europa des Mittelalters
    Postdoc-Projekt

    Mittelalterliche Geschichte
    Der innereuropäische Warenhandel und ein Handelssystem, das ab dem 13. Jahrhundert zwischen Europa und Asien ausgebaut wurde, beförderte die Einfuhr neuer Produkte und Güter, darunter auch bisher unbekannte Lebensmittel und Gewürze. Diese fremden Lebensmittel veränderten einerseits den Geschmack bekannter Nahrung und brachten andererseits neuartige Speisekreationen hervor.
    Im Forschungsprojekt liegt der Schwerpunkt auf Ernährung, womit ein neues Kapitel in der Handels- und Verflechtungsgeschichte eröffnet werden soll. Hierbei steht nicht mehr nur der Handel selbst im Vordergrund, sondern vielmehr wird die Ankunft und Etablierung fremder Lebensmittel und Gewürze in einem neuen kulinarischen Alltag erforscht. Dafür müssen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und deren Umgang sowie Zugang zu den Handelsobjekten analysiert werden.
    Den geographischen Rahmen dafür bildet Italien und der Mittelmeerraum, die die Drehscheibe der mittelalterlichen Welt des Handels und des Austauschs darstellen. Ausgehend von dort richtet sich der Blick auf die Handelsverbindungen zum nordalpinen Raum. Besonders der Seerepublik Venedig und der Reichsstadt Nürnberg kommen dabei geographische und ökonomische Schlüsselrollen im transalpinen Austausch zu. Um die italienischen Quellen zu deutsch-italienischen Handelsbeziehungen im ausgehenden Spätmittelalter und der beginnenden Frühen Neuzeit zu sichten, soll der Forschungsaufenthalt am Deutschen Studienzentrum in Venedig Raum und Zeit bieten.
    Von Oktober 2022 bis März 2023
  • Erwerb und Austausch von Wissen in der Kartographie um 1500
    Dissertationsprojekt

    Geschichte - FernUniversität in Hagen, Prof. Dr. Felicitas Schmieder
    Auch wenn Venedig zu Beginn des 16. Jahrhunderts nicht mehr die beherrschende Macht der europäischen Wirtschaft war, blieb es weiterhin ein Ort für die Sammlung und Weitervermittlung von Wissen. Man war während eines Großteils dieser Zeit im Besitz umfangreicher Informationen, besonders kosmographischen Wissens, auch über die Neue Welt. Ich untersuche Austauschprozesse in Bezug auf kartographisches und geographisches Wissen zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Dabei ist mein Ausgangspunkt der Mathematiker und Globenmacher Johannes Schöner. Schöner lebte und arbeitete unter anderem in Nürnberg, dessen enge Handelsbeziehungen nach Venedig für mich einen Anknüpfungspunkt bilden, da nicht nur Waren den Weg über die Alpen von Venedig nach Nürnberg fanden, sondern auch immer Wissen ausgetauscht wurde.
    Von Dezember 2022 bis Februar 2023
  • Die päpstliche Antikenaufsicht im 17. Jahrhundert
    Dissertationsprojekt

    Kunstgeschichte (Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Dr. Manfred Luchterhandt u. Prof. Dr. Michael Thimann)
    Die Päpste gelten in der Neuzeit und im Barock mitunter als größte Sammler von antiken Skulpturen. Gleichzeitig hat sich die bisherige Forschung zur Antikenpolitik weder mit der Fragestellung befasst, inwiefern die Päpste selbst Einfluss auf die Beschaffung und den Verbleib antiker Bildwerke ausübten, noch ihre Aufsicht über Plastik des Altertums ausreichend erforscht. Dies gilt insbesondere für die kunst- und kulturpolitischen Motive des Vatikans. Das Zerstören zugunsten des zweckentfremdeten Weiterverwendens antiker Relikte durch die Kurie und den Papst hat insbesondere die Frage aufgeworfen, inwiefern von einer päpstlichen Antikenaufsicht überhaupt die Rede sein kann und welche Akteure hauptverantwortlich für den Verbleib der antiken Werke waren.
    Gegenstand meiner Dissertation ist das von den Päpsten und entsprechenden Interessensgruppen ausgehende Handeln in Bezug auf antike Kunst. Als interdisziplinär ausgerichtetes Sujet ist es dadurch primär ein kunst- und kulturpolitisches, aber auch kirchenpolitisches Thema, das in Archäologie und behördengeschichtlichen Aspekten wurzelt. Das Dissertationsvorhaben soll eine wesentliche Forschungslücke zur kurialen Antiken- und Kunstadministration im 17. Jahrhundert schließen und dabei neue Erkenntnisse über behördliche Strukturen und rechtliche Vorgehensweisen und Maßnahmen darstellen und dabei Bezüge zu entscheidenden Handelsmetropolen außerhalb des Kirchenstaates herstellen, die mit dem Vatikan in enger Verbindung standen.
    Die bisherigen Untersuchungen und Erkenntnisse basieren bisher auf einem primär im Vatikan, in Rom und in Florenz durchgeführten Quellenstudium mit dem Zweck einerseits die antikenpolitische Verankerung innerhalb der kurialbehördlichen Strukturen zu beschreiben und andererseits die kurialen und rechtlichen Verordnungen auf ihren Wirkungsraum hin zu analysieren. Vor diesem Hintergrund wirft die Arbeit Licht auf das intellektuelle Milieu der Antiquare, Sammler, Archäologen und Antikenkommissare, während der Weg der antiken Statue in päpstliche Sammlungen, Sammlungen der Parvenüs oder aber auch in die Sammlungen gen Norden skizziert wird. Dabei gilt der Fokus insbesondere der Kunstmetropole Venedig, fanden doch viele antike Werke über die Handelsstadt in der Lagune ihren Weg in bedeutende Sammlungen des gesamten Kontinents.
    Untermauert werden meine Studien durch Beispiele zur zeitgenössischen Perzeption von kurialen und nicht kurialen Akteuren, von Diplomaten und Sammlern, die im Rahmen von Fallbeispielen in einen übergeordneten Kontext gebracht werden. Beispielhaft soll der erfolgreiche beziehungsweise nicht erfolgreiche Erwerb antiker Werke in päpstliche Sammlungen und Sammlungen jenseits von Rom aufgezeigt werden. Anhand von Quellen sollen vor allem die für den Handel wichtigen Strategien, die Erfolge und Misserfolge von Exporten und nicht zuletzt das Thema der Antikenhehlerei geprüft werden. Das Dissertationsprojekt versucht durch die Untersuchung der vom Vatikan ausgehenden kunstpolitischen Handhabung mit antiker Plastik zur Zeit der Gegenreformation und in Gegenüberstellung mit Perspektiven aus Florenz und Venedig eine einzigartige Forschungslücke zu schließen.

Personen/zukünftige Projekte

  • Von März 2023 bis August 2023
  • Kunststipendium
    Von Juli 2023 bis September 2023
  • Der Reisekünstler Friedrich Nerly (Erfurt 1807 – 1878 Venedig) und seine venezianische Bildproduktion. Bestandserforschungs- und Ausstellungsprojekt zu Friedrich Nerlys Haupt-Nachlass, Angermuseum Erfurt
    Postdoc
    2023
  • Kunststipendium
    Von Juli 2023 bis September 2023
  • Kunststipendium
    Von April 2023 bis Juni 2023
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2023 bis Dezember 2023
  • Kunststipendium
    Von April 2023 bis Juni 2023
  • Von Juni 2023 bis September 2023
  • Kunststipendium
    Von Januar 2023 bis März 2023
  • Kunststipendium
    Von Januar 2023 bis März 2023
  • Das Buch Esther im frühneuzeitlichen Venedig.

    Post-doc/Fritz Thyssen Stiftung
    Von Januar 2023 bis Dezember 2023
  • Postdoc
    Von Januar 2023 bis März 2023
  • Von April 2023 bis Mai 2023
  • Scomparso? Spuren karmelitischer Predigttätigkeit in Venedig
    Postdoc
    Von August 2023 bis Oktober 2023
  • Postdoc
    Von März 2023 bis Mai 2023
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2023 bis Dezember 2023

Abonnieren Sie den Newsletter

*Felder mit einem* gekennzeichnet müssen ausgefüllt werden