Deutsches Studienzentrum in Venedig

Derzeitige Stipendiaten

April 2021

  • Kunststipendium
    Literatur
    Von April 2021 bis Juni 2021

  • Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie
    Von 2021 bis 2021
  • Studentische Mobilität aus der Erzdiözese Köln an die italienischen Universitäten (15.–17. Jahrhundert)
    Geschichte (Johannes Gutenberg Universität Mainz, Prof. Dr. Michael Matheus)
    Thema des Promotionsvorhabens ist die studentische Mobilität von nördlich der Alpen an die italienischen Universitäten, die am Beispiel der Studenten aus der Erzdiözese Köln im Zeitraum von der Gründung der Universität Köln 1388 bis ins 17. Jahrhundert untersucht wird. Insbesondere Rechts- und Medizinstudenten zogen für ihr Fachstudium an die Universitäten Padua, Bologna, Siena, Ferrara, Pavia, Rom, Pisa und Perugia.

    Ziel der Arbeit ist zum einen die Erfassung der Studenten in einer Nodegoat-Datenbank und zum anderen die Auswertung der Personendaten mithilfe dieser. Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung und Veränderung des Studien- und Promotionsverhaltens der Studenten. Gefragt wird nach der sozialen Zusammensetzung der nach Italien ziehenden Studenten, nach ihren Motiven für ein Studium in Italien sowie den Faktoren für die Wahl des Studienfaches, des angestrebten Abschlussgrades und der besuchten Universität. Berücksichtigt werden auch die nachfolgenden Karrieren der Studenten, ihre Vernetzung als regionale Bildungselite und die Wechselwirkung zwischen Promotionsverhalten, Karrieremöglichkeiten sowie Akademisierungs- und Professionalisierungstendenzen im Reich.
    Von März 2021 bis Mai 2021
  • Der zypriotische Adel im 15. Jahrhundert: Kulturelle und religiöse Identitäten, gesellschaftliche Strukturen
    Byzantinistik (JGU Mainz, Prof. Johannes Pahlitzsch u. University of Cyprus, Prof. A. Beihammer)
    Die ehemals byzantinische Provinz Zypern befand sich im 15. Jahrhundert seit gut zweihundert Jahren unter der Kreuzfahrerherrschaft der Familie Lusignan. Die herrschende Schicht dieses Staates bestand ursprünglich aus zugewanderten Adelsfamilien aus Westfrankreich und der Levante. Die Dissertation untersucht, wie sich diese Adelsgruppe durch Kontakte mit anderen Bevölkerungsgruppen auf der Insel wie griechisch- und syrisch-orthodoxen Zyprioten sowie durch bestimmte politische Ereignisse im 15. Jahrhundert veränderte. Wie setzte sich der Adel zusammen? Können bestimmte Machtzentren und Untergruppen ausgemacht werden? Wie definierte die Gruppe ihre eigene Identität? Die venezianischen Archive sind eine wichtige Quelle für die zypriotische Geschichte im Mittelalter. Deswegen möchte ich hier nach Dokumenten wie z.B. Heiratsurkunden und Testamenten zypriotischer Adeliger suchen, die Aufschluss über ihre Identität und die Verbindungen zwischen den Familien geben.
    Von November 2020 bis April 2021
  • Kunststipendium
    Musik/Komposition
    Von April 2021 bis Juni 2021
  • Quellenedition der Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463-1464)
    Forschungsprojekt

    Byzantinistik
    Im Sommer 1463 kam im Namen des Papstes Pius II. der griechische Gelehrte und Unionsanhänger, Kardinal Bessarion (1400 ca. – 1472) nach Venedig, mit der Aufgabe, die Venezianer von der Notwendigkeit eines Kreuzzugs gegen die Türken zu überzeugen und sie vor allem durch kirchliche finanziellen Maßnahmen zu unterstützen.
    Die einjährige diplomatische Mission in Venedig darf in der Biographie des Kardinals einen besonderen Stellenwert beanspruchen, denn sie war der Gipfelpunkt seiner diplomatischen Karriere. Zudem verbinden sich in der Gestalt von Bessarion politisch-diplomatische Geschichte mit kulturwissenschaftlichen Methoden, etwa der Oratorik- und Transferforschung. Auf der Grundlage der venezianischen Interessen in den griechischen Gebieten sowie der gemeinsamen Widrigkeiten gegenüber den Türken bildet die venezianische Legation für den Byzantiner den wichtigsten Moment seines Eingliederungsprozesses in die politischen und kulturellen Verhältnisse Venedigs. Die Schenkung seiner griechischen Bibliothek an die Markusbasilika 1468 (das Kernstück der heutigen Marciana) krönt das vielfältige Verhältnis des Kardinals mit der Stadt und macht ihn zu einer Brückenfigur zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen.
    Während seine theologische und philosophische Tätigkeiten schon lange und intensiv erforscht werden, fehlt eine systematische Darstellung der ungeheuer intensiven und in den Quellen ausgezeichnet dokumentierbaren Mitwirkung Bessarions bei den päpstlichen Kreuzzugsprojekten im dritten Viertel des 15. Jh.s. Bei diesem Desiderat setzt das Projekt an. Die allermeisten Quellen sind unediert und zum Großteil unbekannt. Die geplante historische Quellenedition bezüglich aller Aspekte der Legation will wesentlich dazu beitragen, diese massive historiographische Lücke zu schließen.
    Die Hauptorte der Quellenforschung zur Legation Bessarions sind folgerichtig in erster Linie der Wirkungsort des Legaten, Venedig (Archivio di Stato, Biblioteca di San Marco, Biblioteca del Museo Correr, Archivio del Patriarcato usw.) und Rom, als Zentrale seines päpstlichen Auftraggebers (Archivio Segreto Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Archivio di Stato di Roma). Zudem enthalten die Archive Mailands, Mantuas, Florenz und Sienas einen enormen Umfang an Material, welches das legatinische Wirken des Kardinals in Venedig weiter beleuchten kann. Die Quellentypologie ist durch große Vielfältigkeit gekennzeichnet: diplomatische Kommunikation, Berichte von Gesandten, protokollierte Entscheidungen des venezianischen Senats, päpstliche und legatinische Bullen und Breven, private Korrespondenzen, venezianische Chroniken usw.
    Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die geplante Arbeit die bislang ausführlichste über eine Legation in Venedig für das ganze 15. Jh. sein.
    Von September 2020 bis August 2021
  • Die narrativen Strukturen des Divertimento per li Regazzi Domenico Tiepolos vor dem Hintergrund der zeitgenössischen venezianischen Theaterpraxis.
    Postdoc

    Kunstgeschichte
    In den letzten Jahren seines Lebens, zwischen 1797 und 1804, schuf Giovanni Domenico Tiepolo ein Korpus von 104 Zeichnungen mit dem Titel Divertimento per li Regazzi gab. Die Blätter zeigen allesamt Pulcinella – oder genauer gesagt nahezu immer eine Gruppe von Pulcinelli – in den verschiedensten Situationen. Im Zentrum der Darstellungen steht damit eine Figur aus dem Kontext der Commedia dell’Arte, die in Venedig vor allem als Protagonist des Puppentheaters, aber auch als Karnevalskostüm oder Straßenunterhalter in Erscheinung trat. Das Divertimento enthält Kindheits- und Familienszenen, ländliche Partien und Feste sowie Begegnungen mit exotischen Tieren und Fabelwesen. Auch kann man Pulcinelli bei der Ausübung unterschiedlicher Berufe beobachten oder wird Zeuge, wie sie altern und sterben, mit Rutenschlägen bestraft oder hingerichtet werden. Das Divertimento trägt zwar viele charakteristische Züge einer biographischen Erzählung, im Gegensatz zu einem ‚gewöhnlichen‘ narrativen Bildzyklus ist es aber nicht möglich, alle Zeichnungen zu einer konzisen Erzählung zu verbinden. Es gibt keine klar erkennbare Anordnung der Blätter, keinen eindeutig intendierten Erzählverlauf. Stattdessen wird dem Betrachter ein weiter narrativer Spielraum eröffnet, um mithilfe der Zeichnungen selbst zum Erzähler unterschiedlicher Geschichten zu werden. Mein Projekt wird diese besondere performative Praxis, die die Zeichnungen erlauben, genauer betrachten und sie in den Kontext unterschiedlicher theatraler Gattungen stellen, die Tiepolo als mögliche Inspirationsquelle für dieses Komplexe künstlerische Unterfangen gedient haben können. Wo also übernimmt und adaptiert der Maler beispielsweise Strukturen und Techniken aus der Commedia dell’Arte oder Puppentheater und wie setzt er sie in seinen Zeichnungen um?
    Von Juli 2020 bis Juni 2021

Zukünftige Stipendiaten


 

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