Deutsches Studienzentrum in Venedig

Derzeitige Stipendiaten

Juni 2017

  • Cornelius Behrendt, Neuere Geschichte (FSU-Jena, Prof. Dr. Thomas Kroll)
    Presselenkung und Pressepolitik im Kaisertum Österreich anhand der Italienkriege 1859 und 1866 (Arbeitstitel)
    Medien fungieren seit jeher als Sprachrohr und stellen durch Vermittlung und Weiterleitung von Informationen ein wichtiges Bindeglied zwischen Staat und Bevölkerung dar. Durch den rasanten Aufstieg der Printmedien in der Mitte des 19. Jahrhundert und vor dem Hintergrund der piemontesischen Nationalstaatsbestrebungen spielte die Überwachung und Lenkung der Presse in k. k. Österreich, das zu jener Zeit im Besitz der Provinz Lombardo-Venetien war, eine immer bedeutendere Rolle. Zu diesem Zweck wurde Anfang der 1850er Jahre ein neues Pressegesetz oktroyiert und der pressepolitische Apparat umgebaut. Neben polizeilichpräventiven Maßnahmen, die letztendlich in der Zensur einzelner Artikel oder gar dem Verbot einer ganzen Zeitung münden konnten, wurden nun auch Mittel ergriffen, die Presse zu lenken und zu beeinflussen. Das Dissertationsprojekt untersucht - unter besonderer Berücksichtigung der Risorgimento-Kriege - das angespannte Verhältnis der österreichischen und der lombardo-venezianischen Presse zum Staat in den 1850er und 1860er Jahren.
    von März 2017 bis Juni 2017
  • Dieter M. Gräf, Literatur
    Weiterentwicklung seiner „italienischen Gedichte“
    Ich möchte in Venedig meine „italienischen“ Gedichte weiter entwickeln, aber auch mit dem Fotoapparat durch die Stadt ziehen: Text und Bild — „two different animals“ (William Eggelston) —, Vergangenes und Gegenwärtiges sollen zusammen kommen, vielleicht auf eine Ausstellungssituation, womöglich auf ein Buch hin.
    von April 2017 bis Juni 2017
  • Nils Mohl, Literatur
    Arbeit am aktuellen Text
    Das Vorhaben für Venedig lautet erst einmal: Arbeit am aktuellen Text. Und ganz persönlich, hintergründig steckt dahinter in diesem Fall wahrscheinlich auch: Sehnsucht. Das worauf man hofft: Austausch, Begegnung, Impuls. Vordergründig und hintergründig kommt dazu immer der Wunsch nach Abenteuer, natürlich. Das Versprechen von Fremde: Entdeckungen machen. Aus dem Konzept gebracht werden. Aus Routinen. Weg – und damit wieder an einem neuen Ort ankommen, letztlich natürlich auch bei sich. Bei wem auch sonst. Aber verändert.
    von April 2017 bis Juni 2017
  • Gerda Brunnlechner, Mittelalterliche Geschichte (Fern-Universität in Hagen, Prof. Dr. Felicitas Schmieder)
    Die ‚Genuesische Weltkarte‘ von 1457‘ – ein raumzeitliches Gewebe
    Mit dem 15. Jahrhundert und insbesondere mit der lateineuropäischen Rezeption der ‚Geographia‘ des Ptolemaios wird oft ein Wandel von symbolisch bestimmter „mittelalterlicher“ Kartographie hin zu einer naturgetreueren Darstellung der Welt verbunden. Das Dissertationsprojekt soll die Annahme hinterfragen, dass sich damit auch die Raum- und Zeitvorstellungen geändert hätten. Die auf 1457 datierte sogenannte Genuesische Weltkarte bietet sich als Untersuchungsobjekt für diese Fragestellung an, weil sie als Synthese- oder Übergangskarte, als Schritt hin zur modernen Kartographie gilt. Im 15. Jh. entwickelte sich ein intensiver, weiträumig vernetzter, humanistisch ebenso wie geschichtsdeutend beeinflusster geographischer Diskurs. Anstoß waren die verstärkte Suche nach antiken Vorbildern und das dazu oft im Widerspruch stehende, anwachsende Erfahrungswissen der Lateineuropäer, aber auch Einflüsse durch die arabische Kartographie und die naturnahen Küstenlinien der vermutlich schon vor 1300 bekannten Portulankarten. Auf der theoretischen Ebene werden Raum und Zeit im Zusammenspiel als Raumzeit verstanden. Dazu wird von der sozialen Konstituierung von Raum und Zeit und einer während der relevanten Zeitperiode vorherrschenden heterogenen Raum- sowie vielschichtigen und dynamischen Zeitwahrnehmung ausgegangen. Die Kartenmacher werden als bewusst agierende, wenn auch in ihren institutionellen und kulturellen Kontext eingebundene Akteure verstanden. Vor diesem Hintergrund soll hinterfragt werden, ob die Entwicklung der Kartografie hin zu mehr Naturnähe wirklich mit einer Homogenisierung des Raumkonzeptes und dem Verlust des Zeitfaktors gleichgesetzt werden kann. Vielmehr scheinen die modernen Annahmen des homogenen Raumes und der zeitlosen Karten Illusion zu sein.
    von April 2017 bis Juni 2017
  • Nadine Ulrike Holzmeier, Mittelalterliche Geschichte (FU Hagen, Prof. Dr. Felicitas Schmieder)
    Die "Chronologia Magna" des Paolino Veneto - Form und Entwicklung spätmittelalterlicher Welchchronistik im Zeichen erweiterten Weltwissens
    Weltchroniken verbanden zeitlich/geschichtliches Wissen mit geographisch/räumlichem und halfen, den eigenen Standpunkt in einer sich wandelnden Welt zu definieren und abzubilden. Gleichzeitig skizzierten und positionierten sie diesen Standort auf einer historischen Ebene ebenso wie auf einer zeitgenössischen, da sie mit Ihrer Schwerpunktsetzung und Darstellung immer auch einen aktuellen „politischen“ Bezug zum Ausdruck brachten, Wissen zugänglich machten oder auch verschleiern konnten. Am Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter veränderten sich Reichweite und Weltsicht aus lateineuropäischer Perspektive. Bedingt durch Kreuzzüge, Handel aber auch verstärkter Mission erweiterte sich der allgemeine Bezugsrahmen und zwang zur Auseinandersetzung mit anderen Räumen, territorialen Interessen und Kulturen. Demgemäß gab es im Verlauf des Spätmittelalters verschiedene Bestrebungen, dieses Wissen von der Welt verdichtet darzustellen.
    Im Zentrum des Dissertationsprojektes steht die in den 20er Jahren des 14. Jahrhunderts entstandene Weltchronik des venezianischen Diplomaten und Franziskaners Paolino Veneto. Dieser Text ist bekannt unter den Bezeichnungen „Chronologia Magna“ und „Compendium". Es sind mehrere, bisher unedierte Handschriften überliefert, eine der wichtigsten liegt in der Bibliotheca Marciana.
    In dieser Chronik wird Weltwissen – historiographisches, geographisches, genealogisches und heilsgeschichtliches - als Diagramm aufbereitet. Die Chronik stellt den Weltlauf bis zum Jahr 1328 dar, in der tabellarischen Ausgestaltung des Manuskriptes verlaufen verschiedene Achsen, die den Geschichtsverlauf und seine Akteure sowohl in ein chronologisches Nacheinander als auch in ein synoptisches Nebeneinander setzen.
    Dabei werden Amt- und Herrschaftsgenealogien genauso ins Verhältnis gesetzt wie z.B kartographische Skizzen und damit die zeitliche Perspektive um eine räumliche ergänzt. So werden innerhalb der Systematik nicht nur lateineuropäische, sondern auch verschiedenste "außereuropäische" Herrschaftsbereiche dargestellt. Das Projekt fragt, welche Rolle die Gattung Weltchronik bei der Integration neuer Wissensbestände in das vorhandene Weltbild gespielt hat und welche Funktion einer diagrammatischen Form der Geschichtsdarstellung dabei zukommt.
    von April 2017 bis Juni 2017
  • Alexander Fichte, Architektur/Städtebau (TU Dortmund, Wolfgang Sonne/Ca' Foscari, Guido Zucconi)
    Stadterweiterungen von Venedig (1900-1929)
    Verschiedene Konzeptionen für den Anschluss an die bestehende Stadt

    Der Städtebau der ersten Hälfte des 20. Jh. ist trotz des enormen Bedürfnisses nach Arbeitskräften und Wohnraum, nicht ausschließlich durch avantgardistische und stadtauflösende Tendenzen geprägt, vielmehr existierten auch konventionelle Konzeptionen, um die bestehenden Städte zu erweitern. Die Lagunenstadt Venedig bietet hier aufgrund ihrer speziellen Verortung ein außergewöhnliches Untersuchungsbeispiel, da sich durch die räumliche Isolation städtebauliche Mechanismen in besonderer Weise ablesen lassen und als Indikator für vergleichbare Prozesse in Europa gewertet werden können. Das Dissertationsprojekt soll anhand der Analyse der Gestalt und der Entstehungsprozesse von Stadterweiterungen in der ersten Hälfte des 20.Jh., bezogen auf den Umgang mit einer spezifischen Stadtsituation, paradigmatisch unterschiedliche Konzeptionen der Stadtanbauten und die daraus resultierenden Stadtformen aufzeigen und diese in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Kontext verorten. Die zu analysierenden Quellen setzten sich zusammen aus den gebauten Quartieren, Karten, Plänen, Luftaufnahmen, Archivunterlagen und Rezeptionsquellen. Das Dissertationsprojekt strebt an eine bestehende Forschungslücke zu schließen und ist sowohl als Beitrag zum städtebaulichen Diskurs im 20. Jh., als auch zur Stadtbaugeschichte Venedigs zu betrachten.
    von Februar 2017 bis Juli 2017
  • Christine Follmann, Kunstgeschichte (Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
    Der sogenannte Cuccina-Zyklus von Paolo Caliari, genannt Veronese (1528–1588)
    Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist eines der wenigen Museen weltweit, das ein umfangreiches Konvolut an Gemälden von Paolo Veronese besitzt. Unter den Dresdner Gemälden sticht der sogenannte Cuccina-Zyklus aufgrund seiner herausragenden künstlerischen Qualität sowie seiner typengeschichtlichen und ikonographischen Besonderheiten hervor. Von Veronese um 1571 im Auftrag der venezianischen Kaufmannsfamilie Cuccina für ihren Palazzo in Venedig angefertigt, besteht die Serie aus vier großformatigen Ölgemälden (Gal-Nr. 224–227): Die Madonna mit der Familie Cuccina, Die Anbetung der Könige, Die Hochzeit zu Kana und Die Kreuztragung Christi.
    Nach einer umfassenden, knapp dreijährigen Restaurierung wird der Cuccina-Zyklus von März bis Juni 2018 wieder in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden zu sehen sein. Der Forschungsaufenthalt am Deutschen Studienzentrum in Venedig dient der Vorbereitung der Sonderausstellung, die von einem umfangreichen Katalog begleitet wird. Ziel ist es, den Cuccina-Zyklus am Ort seiner Entstehung und im Vergleich mit anderen Werken der venezianischen Hochrenaissance kunsthistorisch zu bearbeiten.
    von Mai 2017 bis Juli 2017

Zukünftige Stipendiaten

  • Katharina Offensperger, Literaturwissenschaft Romanistik - Universität Konstanz, Prof. Dr. Michael Schwarze
    Autorität und literarische Autorisierung am Beispiel der Autorinnen des Cinquecento
    von Juli 2017 bis Juli 2017
  • Elisabeth Maria Probst, Musikwissenschaft (Karl-Franzens-Universität Graz, Prof. Dr. phil. Michael Walter)
    Teatro Sociale di Udine (1764-1905) betreffend das Produktionssystem eines Opernhauses einer italienischen Provinzstadt, mit u.a. Verbindungen zum Opernhaus La Fenice in Venedig, im sozialgeschichtlichen Kontext der Opernforschung.
    von Juli 2017 bis August 2017
  • Christian Retschlag, Bildende Kunst
    von Juli 2017 bis September 2017
  • Kay Fingerle, Architektur
    von Juli 2017 bis September 2017
  • Leonard Horsch, Mediävistik (LMU München, Prof. Dr. Claudia Märtl)
    von Juli 2017 bis Dezember 2017
  • Armin Bergmeier, Byzantinische Kunstgeschichte (LMU München, Prof. Dr. Franz Alto Bauer)
    Narrative, Natural disasters, and the End of Time: The Rise of Eschatological Imagery in the Middle Ages (c. 800-1300)
    von August 2017 bis August 2017
  • Stefan Hanß, Geschichte der Frühen Neuzeit (University of Cambridge, Prof. Ulinka Rublack)
    von August 2017 bis September 2017
  • Matthias Schulz, Kunstgeschichte (HBK Braunschweig, Prof. Dr. Victoria von Flemming)
    von August 2017 bis Januar 2018
  • Nadine Ulrike Holzmeier, Mittelalterliche Geschichte (FU Hagen, Prof. Dr. Felicitas Schmieder)
    Die "Chronologia Magna" des Paolino Veneto - Form und Entwicklung spätmittelalterlicher Welchchronistik im Zeichen erweiterten Weltwissens
    von September 2017 bis Oktober 2017
  • Markus Laufs, Mittealterliche und Neuere Geschichte (Universität Bonn, Herr PD Dr. Dr. Guido Braun)
    von September 2017 bis November 2017
  • M+M; Marc Weis; Martin De Mattia , Bildende Kunst
    von Oktober 2017 bis Dezember 2017
  • Lula (Maria de la Luz) Romero Garrido, Musik/Komposition
    von Oktober 2017 bis Dezember 2017
  • Alberto Bardi, Byzantinistik (LMU München, Prof. Dr. Albrecht Berger)
    von Dezember 2017 bis Dezember 2017
  • Michael Malchereck, Geschichtswissenschaft (FSU Jena, Prof. Dr. Thomas Kroll)
    Gabriele Mucchi (1899-2002) - Eine transnationale Intellektuellengeschichte zwischen Kommunismus und Kunst (Arbeitstitel)
    von Januar 2018 bis März 2018
  • Marco Alessandro Izzi, Neueste Geschichte (Philipps-Universität Marburg - Prof. Dr. Benedikt Stuchtey)
    von Januar 2018 bis Juni 2018
  • Tatiana Korneeva, Literaturwissenschaft (Freie Universität Berlin, Prof. Joachim Küpper)
    von Januar 2018 bis Juni 2018
  • Torsten Korte, Kunstgeschichte (Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Philipp Zitzlsperger)
    von März 2018 bis April 2018
  • Eileen Bergmann, Geschichtswissenschaft, Mittelalterliche Geschichte - Universität Trier, Prof. Dr. Petra Schulte
    Der venezianische Consiglio dei dieci in der Zeit der Handelssperren Sigismunds (1412-1433)
    von April 2018 bis September 2018
  • Ursula Winter, Romanische Literaturwissenschaft (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt - Prof. Dr. Barbara Kuhn)
    von Juli 2018 bis August 2018

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