Deutsches Studienzentrum in Venedig

Derzeitige Stipendiaten

September 2021

  • Pietro Longhi: Genremalerei als sozialanalytische Praktik
    Postdoc

    Kunstgeschichte
    Innerhalb der kunsthistorischen Erforschung des venezianischen settecento führt der Genre- und Porträtmaler Pietro Longhi im Vergleich zu anderen herausragenden Künstlern dieser Epoche immer noch ein Schattendasein. So zieht sich beispielsweise von der Kunstkritik des 18. Jahrhunderts bis in die jüngste Literatur zu diesem Künstler die Klischeevorstellung von Longhi als einem nachsichtigen Bildjournalisten der Gesellschaft seiner Zeit, mit dessen Werken allerdings immerhin die Restbestände einer verspielten Ästhetik des venezianischen Rokoko rigoros getilgt worden seien.
    Vor dem Hintergrund dieser lückenhaften Forschungssituation untersuche ich Longhis visuelle Bildpoetik in seinen Genreszenen mit Blick auf die darin entfalteten Blickregime. In diesen, so die Ausgangsüberlegung, zeichnen sich spezifische Modi der Inszenierung von Wahrnehmungsweisen ab, die für das venezianische 18. Jahrhundert insgesamt charakteristisch sind, etwa die Tendenz, soziale Szenarien zu entwerfen, in denen es immer wieder zu Wissensdifferenzen zwischen den unterschiedlichen Protagonisten kommt und durch die die Betrachterin/der Betrachter in ein rezeptionsästhetisches Spiel über die Dialektik von Sehen und (Nicht-)Gesehen-Werden, Zeigen und Verbergen hineingezogen werden. Dabei möchte ich aufzeigen, dass einige der Topoi, mit denen versucht worden ist, Longhis künstlerische Strategien zu erfassen, nicht hin reichen, um die ebenso subtile wie doch auch (entgegen der allgemeinen Einschätzung) in der Konsequenz ihrer Durchführung radikale Bildpoetik dieses herausragenden Genrekünstlers zu erfassen.
    Im Zentrum stehen drei Fragekomplexe, nämlich (1.) die Frage, wie sich Longhis Werke motivisch, stilistisch und strukturell zur Geschichte der älteren und zeitgenössischen Genremalerei (1.), aber auch zu den Bildästhetiken der Aufklärungsepoche (2.) verhalten. Ebenso steht eine eingehende Analyse der Frage aus, in welchem Bezug Longhis bühnengleiche Interieurs zur venezianischen Theaterszene seiner Zeit stehen und welche Konsequenzen dies für seine Bildpoetik hat (3.). Diese Kontexte erarbeite ich im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in Venedig für das projektierte Kapitel meiner Habilitationsschrift, die unter dem Titel "Empathie und Distanzierung: Die Genremalerei und das sozialanalytische Sehen, 1560-1800" der Frage nachgeht, wie in dieser Gattung Wahrnehmungsweisen inszeniert wurden, die retrospektiv wie eine künstlerische Vorwegnahme derjenigen Wissensdispositive erscheinen können, die die Disziplin der Soziologie seit dem 19. Jahrhundert mit theoretischen Modellen und Begriffen erarbeitet hat. Es geht also in der Studie um eine Vorgeschichte des sozialanalytischen Sehens in der Gattung der Genremalerei – und zwar aus der Perspektive unserer schon postsozial zu nennenden Lebenswirklichkeit.
    Von September 2021 bis Oktober 2021
  • Zeitbrücken
    Kunststipendium

    Musik/Komposition
    Farzia Fallah begann ihren Aufenthalt in Venedig mit der Arbeit an einem Artikel, den sie auf Einladung der venezianischen Kuratorin Francesca Pietropaolo mit dem Thema „How Long Is Now?“ für Critics Page von Brooklyn Rail schrieb. In ihrem Artikel untersucht sie anhand einiger Beispiele den Aspekt von Zeit in unterschiedlichen Kunstformen, vor allem in der Musik. Sie geht insbesondere darauf ein, wie Luigi Nono es in seinen Spätwerken durch fragmentarische Arbeit schafft, die Zeit in seinen Werken zum Stehen zu bringen. Sie setzt sich während ihres Aufenthalts in Venedig musik-analytisch mit zwei Spätwerken von Luigi Nono auseinander: A Carlo Scarpa, architetto, ai suoi infiniti possibili (1984) sowie No hay caminos - hay que caminar (1987) und studiert die Skizzen dieser Stücke in der Fondazione Archivio Luigi Nono. In ihrer Aufenthaltszeit komponiert sie zudem ein Stück für das italienische Ensemble Azione_Improvvisa. Die einzigartige Besetzung mit Akkordeon, E-Gitarre, Theorbe und Elektronik öffnet einen Recherchenweg über das historische Instrument Theorbe, die eine reiche Tradition in Italien hatte. In ihrem Werk Blue, Blue, Boundless Blue bezieht sich Farzia Fallah auf ein Prelude von Robert de Visée und baut musikalische Verbindungen auf - ähnlich einem Kunstwerk, welches die Zeit mehrerer Jahrhunderte überbrückt. Ihr Stück wird noch während ihres Aufenthaltes in Venedig im Rahmen des Transart Festivals in Bozen uraufgeführt.
    Von Juli 2021 bis September 2021
  • Stifterporträts in Venedig und auf der Terraferma in der Malerei der Renaissance
    Promotionsprojekt

    Kunstgeschichte (LMU München - Prof. Dr. Christine Tauber)
    Selbst wenn sie von der Hand mittelmäßiger Künstler stammen, werde Bildern häufig allein aufgrund der in ihnen enthaltenen Porträts Verehrung entgegengebracht, stellt der venezianische Kunsttheoretiker Lodovico Dolce in seinem 1557 veröffentlichten Dialogo della Pittura fest und spricht damit ein Phänomen der Malerei seiner Zeit an, das im Zentrum des geplanten Dissertationsvorhabens steht: die Wirkmacht der bildlichen Präsenz von Zeitgenossen innerhalb eines Gemäldes, dessen Bildinhalt durch die Einbindung eines Porträts nicht nur zusätzliche Bedeutung erhält, sondern auch auf eine andere Weise wahrgenommen wird. Das Promotionsprojekt nimmt venezianische Stifterbildnisse der Renaissance in den Blick und fragt danach, wie sich diese Wirkmacht im Gefüge soziokultureller Normen und religiöser Anforderungen konkret manifestierte. Die Konzentration auf Venedig und die von der Serenissima beherrschten Gebiete der Terraferma im Zeitraum von ca. 1490 – 1600 erlaubt es, die aus dem spezifischen historischen Kontext entwickelten Fragestellungen auf mehreren Ebenen zu verfolgen: Die sozialhistorische Kontextualisierung des sakralen Stifterbilds als Medium individueller Repräsentation in einer vom Ethos der Kollektivität geprägten Republik soll dazu beitragen, das in dieser Hinsicht bislang wenig nuancierte Bild venezianischer Patronage zu differenzieren. Vergleichende Analysen künstlerischer Strategien und Verfahrensweisen bei der Kombination von Porträt und religiösem Bild im Veneto versprechen darüber hinaus Aufschlüsse über Anforderungsprofile für religiöse Gemälde und die als Reaktion darauf einsetzenden Marktmechanismen der Bildproduktion. Eine quellenbasierte Annäherung an durch liturgische und private Devotionspraktiken geprägte zeitgenössische Seherwartungen soll zudem neue Erkenntnisse im Hinblick auf gebetspraktische Funktionen und bildtheologischen Status des Stifterporträts liefern.
    Übergreifendes Ziel ist es, wechselseitige Relationen zwischen Bildkonventionen und sozial, kulturell und religiös konditionierten Kategorien und Mechanismen von Wahrnehmung herauszuarbeiten – wofür das Stifterporträt durch sein inhärentes Grenzgängertum zwischen Bildwirklichkeit und Lebensrealität einen besonders geeigneten Zugang bietet.
    Von August 2021 bis September 2021
  • Zur Privatbibliothek Luigi Nonos - Zwischen Annotation und Komposition
    Justus-Liebig-Universität, Gießen, Matteo Nanni, Schönberg-Gesamtausgabe, Berlin, Hella Melkert

    Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie
    Die Musik des venezianischen Komponisten Luigi Nonos (1924-1990) tritt auch heute mit ungebrochener Aktualität in Erscheinung und ist weiterhin auf den internationalen Bühnen präsent. Das Archivio Luigi Nono, ansässig auf der Giudecca in Venedig, beherbergt nicht nur die autographen Quellen seiner Kompositionen und den Großteil seiner Korrespondenzen, sondern auch seine gesamte private Bibliothek. Diese umfasst in etwa 10.000 Bücher, von welchen um die 1100 Titel mit eigenhändigen Annotationen Nonos versehen sind. Wurden diese zwar bereits in einem ersten Schritt oberflächlich erschlossen, blieb eine vollständige Systematisierung und Transkription aller annotierten Seiten noch aus. Dies gilt es nun mit diesem Forschungsprojekt nachzuholen, um damit Wege für neue Interpretationsmöglichkeiten hinsichtlich Luigi Nonos Leseverhalten und möglichen, daraus resultierenden Einwirkungen auf seine kompositorische Arbeit zu legen.
    Von September 2021 bis Dezember 2021
  • Die Glasindustrie Venedigs in der Renaissance – Zur Sichtbarkeit der Glasmacher und ihrer Produkte in der Stadt, 1450-1650 Dissertationsvorhaben
    Geschichtswissenschaft, Frühe Neuzeit - Prof. Dr. Susanne Rau, Universität Erfurt
    Die Sichtbarkeit der Glasmacher und ihrer Produkte in der Stadt soll zum Höhepunkt der Glasindustrie anhand der drei Schwerpunkte Verkauf, Feierlichkeiten und Reisende untersucht werden. Für den Aufenthalt in Venedig ist die Erschließung von Quellen zum Thema Verkauf geplant.
    September 2021
  • Palma il Giovanes Zeichnungen: Material, Materie, Markierung
    Postdoc/Fritz Thyssen Stiftung

    Kunstgeschichte
    In seiner Vita Jacopo Negrettis, genannt Palma il Giovane (1548–1628), schildert Carlo Ridolfi (1648) die unglaubliche Menge an Zeichnungen, die der Künstler bei seinem Tod der Nachwelt und insbesondere seinen Enkeln und Schülern hinterließ: „I disegni fatti da lui in qualunque genere […] furono infiniti (…).“ Tatsächlich haben sich bis heute beinahe 2000 Zeichnungen des Venezianers erhalten, die jedoch bisher nur in Ansätzen und vor allem in Bezug auf ihre bildvorbereitende Funktion hin beleuchtet wurden. Wichtige Studien von David Rosand und Stefania Mason bilden dabei eine Grundlage der Forschung, die jedoch um wesentliche methodische Ansätze der neueren Zeichnungsforschung erweitert werden soll. Palmas Zeichnungen werden dabei unter drei Gesichtspunkten betrachtet: Der erste Teil des Projekts beschäftigt sich mit der Materialität der Zeichnungen. Dabei verwendete der Künstler neben den geläufigen Techniken wie schwarzer Kreide oder Feder und Tinte auch vergleichsweise ungewöhnliche Zeichenmittel, wie Goldfarbe und verschieden farbige Papiere. Im Projektteil zur Materie geht es um Palmas Beschäftigung und intensive Auseinandersetzung mit dem Medium der Skulptur. Er zeichnete nicht nur selbst immer wieder nach zeitgenössischen oder antiken Skulpturen, sondern setzte diese Praxis auch – ähnlich wie Tintoretto – zur Schulung seiner Mitarbeiter ein. Der letzte Teil des Forschungsvorhabens behandelt das Verhältnis von Schrift und Zeichnung auf Palmas Skizzenblättern und allegorischen Werken auf Papier.
    Am Deutschen Studienzentrum sollen vor allem Grundlagenrecherchen in den Zeichnungssammlungen und Archiven Venedigs und der Terraferma betrieben, aber auch große Teil des Projekts verschriftlicht und finalisiert werden.
    Von August 2021 bis Juli 2022
  • Projekte: Il re del mare - Der König aus dem Meer; MIGRANTEN - Romanprojekt; Venedig (be)schreiben? 
    Kunststipendium

    Literatur
    Projekte der Künstlerin für ihren Venedig-Aufenthalt:
    Il re del mare - Der König aus dem Meer
    Eine Geschichte für Eltern und Kinder, zum Vorlesen und selber Lesen. Eine Migrationsgeschichte vom Ankommen. Ein junger geflüchteter Mann strandet auf einer Insel und begegnet einem einheimischen Jungen.
    MIGRANTEN - Romanprojekt Eine Spurensuche in Venedig. Ausgangspunkt ist der 1995 erschienenene, gleichnamige MERVE-Band mit Gesprächen und Notizen von Edmund Jabès, Luigi Nono und Massimo Cacciari.
    Venedig (be)schreiben? - Ein literarischer Essay.
    Von Juli 2021 bis September 2021
  • Quellenedition der Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463-1464)
    Forschungsprojekt

    Byzantinistik
    Im Sommer 1463 kam im Namen des Papstes Pius II. der griechische Gelehrte und Unionsanhänger, Kardinal Bessarion (1400 ca. – 1472) nach Venedig, mit der Aufgabe, die Venezianer von der Notwendigkeit eines Kreuzzugs gegen die Türken zu überzeugen und sie vor allem durch kirchliche finanziellen Maßnahmen zu unterstützen.
    Die einjährige diplomatische Mission in Venedig darf in der Biographie des Kardinals einen besonderen Stellenwert beanspruchen, denn sie war der Gipfelpunkt seiner diplomatischen Karriere. Zudem verbinden sich in der Gestalt von Bessarion politisch-diplomatische Geschichte mit kulturwissenschaftlichen Methoden, etwa der Oratorik- und Transferforschung. Auf der Grundlage der venezianischen Interessen in den griechischen Gebieten sowie der gemeinsamen Widrigkeiten gegenüber den Türken bildet die venezianische Legation für den Byzantiner den wichtigsten Moment seines Eingliederungsprozesses in die politischen und kulturellen Verhältnisse Venedigs. Die Schenkung seiner griechischen Bibliothek an die Markusbasilika 1468 (das Kernstück der heutigen Marciana) krönt das vielfältige Verhältnis des Kardinals mit der Stadt und macht ihn zu einer Brückenfigur zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen.
    Während seine theologische und philosophische Tätigkeiten schon lange und intensiv erforscht werden, fehlt eine systematische Darstellung der ungeheuer intensiven und in den Quellen ausgezeichnet dokumentierbaren Mitwirkung Bessarions bei den päpstlichen Kreuzzugsprojekten im dritten Viertel des 15. Jh.s. Bei diesem Desiderat setzt das Projekt an. Die allermeisten Quellen sind unediert und zum Großteil unbekannt. Die geplante historische Quellenedition bezüglich aller Aspekte der Legation will wesentlich dazu beitragen, diese massive historiographische Lücke zu schließen.
    Die Hauptorte der Quellenforschung zur Legation Bessarions sind folgerichtig in erster Linie der Wirkungsort des Legaten, Venedig (Archivio di Stato, Biblioteca di San Marco, Biblioteca del Museo Correr, Archivio del Patriarcato usw.) und Rom, als Zentrale seines päpstlichen Auftraggebers (Archivio Segreto Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Archivio di Stato di Roma). Zudem enthalten die Archive Mailands, Mantuas, Florenz und Sienas einen enormen Umfang an Material, welches das legatinische Wirken des Kardinals in Venedig weiter beleuchten kann. Die Quellentypologie ist durch große Vielfältigkeit gekennzeichnet: diplomatische Kommunikation, Berichte von Gesandten, protokollierte Entscheidungen des venezianischen Senats, päpstliche und legatinische Bullen und Breven, private Korrespondenzen, venezianische Chroniken usw.
    Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die geplante Arbeit die bislang ausführlichste über eine Legation in Venedig für das ganze 15. Jh. sein.
    Von September 2020 bis September 2021
  • Die päpstliche Antikenaufsicht im 17. Jahrhundert
    Dissertationsprojekt

    Kunstgeschichte (Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Dr. Manfred Luchterhandt u. Prof. Dr. Michael Thimann)
    Die Päpste gelten in der Neuzeit und im Barock mitunter als größte Sammler von antiken Skulpturen. Gleichzeitig hat sich die bisherige Forschung zur Antikenpolitik weder mit der Fragestellung befasst, inwiefern die Päpste selbst Einfluss auf die Beschaffung und den Verbleib antiker Bildwerke ausübten, noch ihre Aufsicht über Plastik des Altertums ausreichend erforscht. Dies gilt insbesondere für die kunst- und kulturpolitischen Motive des Vatikans. Das Zerstören zugunsten des zweckentfremdeten Weiterverwendens antiker Relikte durch die Kurie und den Papst hat insbesondere die Frage aufgeworfen, inwiefern von einer päpstlichen Antikenaufsicht überhaupt die Rede sein kann und welche Akteure hauptverantwortlich für den Verbleib der antiken Werke waren.
    Gegenstand meiner Dissertation ist das von den Päpsten und entsprechenden Interessensgruppen ausgehende Handeln in Bezug auf antike Kunst. Als interdisziplinär ausgerichtetes Sujet ist es dadurch primär ein kunst- und kulturpolitisches, aber auch kirchenpolitisches Thema, das in Archäologie und behördengeschichtlichen Aspekten wurzelt. Das Dissertationsvorhaben soll eine wesentliche Forschungslücke zur kurialen Antiken- und Kunstadministration im 17. Jahrhundert schließen und dabei neue Erkenntnisse über behördliche Strukturen und rechtliche Vorgehensweisen und Maßnahmen darstellen und dabei Bezüge zu entscheidenden Handelsmetropolen außerhalb des Kirchenstaates herstellen, die mit dem Vatikan in enger Verbindung standen.
    Die bisherigen Untersuchungen und Erkenntnisse basieren bisher auf einem primär im Vatikan, in Rom und in Florenz durchgeführten Quellenstudium mit dem Zweck einerseits die antikenpolitische Verankerung innerhalb der kurialbehördlichen Strukturen zu beschreiben und andererseits die kurialen und rechtlichen Verordnungen auf ihren Wirkungsraum hin zu analysieren. Vor diesem Hintergrund wirft die Arbeit Licht auf das intellektuelle Milieu der Antiquare, Sammler, Archäologen und Antikenkommissare, während der Weg der antiken Statue in päpstliche Sammlungen, Sammlungen der Parvenüs oder aber auch in die Sammlungen gen Norden skizziert wird. Dabei gilt der Fokus insbesondere der Kunstmetropole Venedig, fanden doch viele antike Werke über die Handelsstadt in der Lagune ihren Weg in bedeutende Sammlungen des gesamten Kontinents.
    Untermauert werden meine Studien durch Beispiele zur zeitgenössischen Perzeption von kurialen und nicht kurialen Akteuren, von Diplomaten und Sammlern, die im Rahmen von Fallbeispielen in einen übergeordneten Kontext gebracht werden. Beispielhaft soll der erfolgreiche beziehungsweise nicht erfolgreiche Erwerb antiker Werke in päpstliche Sammlungen und Sammlungen jenseits von Rom aufgezeigt werden. Anhand von Quellen sollen vor allem die für den Handel wichtigen Strategien, die Erfolge und Misserfolge von Exporten und nicht zuletzt das Thema der Antikenhehlerei geprüft werden. Das Dissertationsprojekt versucht durch die Untersuchung der vom Vatikan ausgehenden kunstpolitischen Handhabung mit antiker Plastik zur Zeit der Gegenreformation und in Gegenüberstellung mit Perspektiven aus Florenz und Venedig eine einzigartige Forschungslücke zu schließen.
    Von August 2021 bis Oktober 2021
  • Aufsatz zur Gründungsgeschichte des Deutschen Studienzentrums in Venedig
    Post-Doc Forschungsprojekt

    Geschichtswissenschaft
    Anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des Deutschen Studienzentrums in Venedig im kommenden Jahr untersuche ich in einer Aufsatzpublikation die Gründungsgeschichte des Instituts. Vor dem Hintergrund der bundesrepublikanischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft soll die (Wieder-)Gründung des DSZV in seinen mannigfaltigen Bezügen ausgeleuchtet werden. Hierbei interessieren etwa (institutionelle wie individuelle) Akteure, die die Gründung vorantrieben, welche Absichten mit der Etablierung des DSZV verbunden waren und wie sich die ersten Jahre der Institutsarbeit gestalteten.
    Im Speziellen werde ich meinen Forschungsaufenthalt in Venedig dazu nutzen, die vor Ort erhaltenen Quellen zu sichten und auszuwerten.
    Von Juni 2021 bis November 2021

Zukünftige Stipendiaten

  • Kunststipendium
    Von Juli 2022 bis September 2022
  • Kunststipendium
    Von Januar 2022 bis März 2022
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2021 bis Dezember 2021
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2022 bis Dezember 2022
  • Von Oktober 2022 bis Dezember 2022
  • Von April 2022 bis Juli 2022
  • Der venezianische Löwe auf Sardinien und istrianische Flüchtlinge in Venedig
    (Dissertationsvorhaben)
    Von August 2022 bis September 2022
  • Kunststipendium
    Von April 2022 bis Juni 2022
  • Bildwitz? Phänomene des Komischen in der Venezianischen Kunst der Frühen Neuzeit.
    Habilitationsprojekt
    Oktober 2021
  • Die Geburt des literarischen Handlungsballetts in Italien (1760-1820) Postdoc
    Von Dezember 2021 bis Mai 2022
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2021 bis Dezember 2021
  • Erforschung von drei kleinformatigen Holzskulpturen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die sich einst in der Arenakapelle befanden und heute in den Musei Civici von Padua aufbewahrt werden. Dabei handelt es sich um eine thronende Madonna, einen Erzengel Michael und zwei leuchtertragende Engel. Als Auftraggeber lässt sich der aus Venedig stammende Girolamo Michiel identifizieren, der ab 1448 Erzpriester der Kathedrale von Padua und Propst der Arenakapelle war. Unbekannt ist hingegen der Schöpfer der Holzskulpturen. In der spärlichen Forschungsliteratur werden sie aus stilistischen Gründen einem vermutlich aus dem Tiroler Raum stammenden Wanderkünstler zugewiesen. Offen sind noch die grundlegenden Fragen der stilistischen Einordnung und Funktion im ursprünglichen Baukontext. Für welchen Zweck wurden die Skulpturen jeweils konzipiert und wo befanden sie sich anfänglich in der Arenakapelle? Stammen sie von ein- und derselben Künstlerhand und lassen sie sich tatsächlich einem Tiroler Wanderkünstler zuordnen? Und wenn ja, welche Vorbilder hat dieser Wanderkünstler im venezianischen Raum rezipiert? Kann der bisher anonyme Künstler denn vielleicht sogar namhaft gemacht werden?

    Postdoc
    Von Dezember 2021 bis März 2022
  • Die barocke Gleichnisarie
    Monographie
    Von Juli 2022 bis September 2022
  • Kunststipendium
    Von Juli 2022 bis September 2022
  • Archivrecherche bzw. Vor-Ort-Recherche zu Severo da Ravenna
    Von Juni 2022 bis November 2022
  • Kunststipendium
    Von Januar 2022 bis März 2022
  • Von Oktober 2021 bis Januar 2022
  • Quellenedition der Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463-1464)
    Forschungsprojekt
    Von September 2020 bis September 2021
  • Postdoc
    Von Oktober 2021 bis März 2022
  • Vincenzo Catena, seine Werkstatt und sein Umkreis. Konvention und Innovation in einer Talent-Schmiede der ven. Malerei des Cinquecento

    Postdoc-Projekt
    Von Februar 2022 bis Mai 2022
  • Scomparso? Spuren karmelitischer Predigttätigkeit in Venedig

    Postdoc
    Von März 2022 bis Juli 2022
  • Multimediale Lichtdramaturgien im vormodernen Musiktheater. Spurensuche zu Antonio Codognato im Venedig der 1750er und 1780er Jahre

    Habilitationsprojekt
    Von April 2022 bis September 2022
  • Postdoc-Forschungsprojekt
    September 2022
  • Die päpstliche Antikenaufsicht im 17. Jahrhundert
    Dissertationsprojekt
    Von August 2021 bis Oktober 2021
  • Kunststipendium
    Von April 2022 bis Juni 2022

 

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