Deutsches Studienzentrum in Venedig

Personen/Projekte aktuell

Februar 2024

  • Künstlerisches Forschungsprojekt über das Bild Jacopo Tintoretto, Drei Camerlenghi vor der Madonna, 1566 und seine Beziehung zur Regierungsweise in Venedig am Vorabend der Entdeckung der "Neuen Welt".
    Kunststipendium

    Bildende Kunst
    Ausgehend von ihrem Ausstellungs- und Forschungsprojekt, "Principio Potosi", werden Creischer / Siekmann  ihr Arbeitsvorhaben in Venedig vorstellen. Potosí ist eine Minenstadt in Bolivien, deren Silberausbeute im 16. Jahrhundert  maßgeblich zur Entstehung der heutigen kapitalistischen Wirtschaft beitrug.  Die Ausstellung zeigte koloniale Barockgemälde aus Bolivien, die von zeitgenössischen KünstlerInnen  beantwortet wurden. Sie fand statt im Museo Reina Sofia in Madrid, im Haus der Kulturen der Welt in Berlin (2010) und in La Paz (2011). Für das Potosí-Archiv, das 10 Jahre später entstand, entwickelten Creischer / Siekmann zwei Bildergeschichten, die sie auf Türen installierten und die jeweils ein bestimmtes Motiv behandeln. In Venedig möchten sie eine neue Recherche zu einer weiteren Bildergeschichte beginnen, die den Zeitraum vor der atlantischen Kolonisierung betrifft und versucht, von dort aus Bezüge zur Gegenwart zu ziehen.
    Von Januar 2024 bis März 2024
  • Die Nationalpavillons auf der Biennale in Venedig als öffentliche Räume: für wen und mit welchem Inhalt?
    Postdoc

    Kunstgeschichte, Universität Heidelberg, Prof. Dr. Henry Keazor
    Hauptziel der Recherche ist es, ausgehend vom deutschen Länderpavillon die Beteiligungen an der Biennale in Venedig zu untersuchen.
    Die Forschung wird nach einer zweistufigen Struktur durchgeführt.
    Auf der ersten Ebene Makro wollen wir die Ausstellungen des Deutschen Länderpavillons von 1990 bis heute nachzeichnen. Die zweite Ebene, Mikro, wird darin bestehen, spezifische Ausstellungen zu untersuchen, für die die Analyse theoretisch relevant ist.
  • Marco Boschinis La carta del navegar pitoresco.
    Zweisprachige Ausgabe mit wissenschaftlichem Kommentar und einführenden Texten

    Kunstgeschichte - HHU Univ.-Prof. Dr. Valeska von Rosen
    Marco Boschinis La carta del navegar pitoresco ist einer der bedeutendsten und zugleich reizvollsten kunsttheoretischen Texte im Venedig des 17. Jahrhunderts. Die Schrift kam 1660 als Hauptwerk des Stechers, Kunsthändlers und Kunstschriftstellers Marco Boschini (1602–1681) heraus. Verhandelt wird darin die venezianische Malerei ab dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts bis zu Boschinis Zeitgenossen des Seicento. Mehrere besondere Aspekte machten die Carta zu einer in der Forschung vergleichsweise wenig untersuchten, da schwer rezipierbaren kunstliterarischen Schrift: Sie ist als Dialog im venezianischen Dialekt sowie in Reimform verfasst und verfügt mit circa 20.000 Versen über einen monumentalen Umfang.

    Gesprächspartner des fiktiven Dialogs sind „ecelenza“, ein venezianischer Patrizier, und ein Kunstkenner, der „compare“, in dem Boschini personifiziert ist. Ihre Unterhaltungen über die venezianischen Maler, über deren Werke, Maltechniken und Gestaltungsmittel, ebenso wie über die lokalen Sammlungen und den zeitgenössischen Kunstbetrieb in und außerhalb der Stadt führen sie während einiger „viazi“ durch die Kanäle und durch die Lagune Venedigs, die sie in einer „barca“ zu den Besichtigungsorten unternehmen. Vor Ort tauschen sie sich in teils ausführlichen Beschreibungen direkt vor den Gemälden aus; bei Regen oder wenn die Gondel in der Werkstatt ist, treffen sich die Dialogpartner im Palazzo des „senator“ und rufen sich vergangene Besichtigungen und Beobachtungen in Erinnerung.

    In ihrer raffiniert durchdachten Konstruiertheit ist die Carta innerhalb des Kunstdiskurses und der Dialogliteratur der Zeit einzigartig. Die Carta zeigt, abweichend vom durch Vasari zur Norm erhobenen linear-progressistischen Erzählen der Viten-Literatur, ein durch Raum und Zeit definiertes narratologisches Modell, das unter anderem auf die ab Mitte des 16. Jahrhunderts zunehmend nachgefragten und verbreiteten, sich sehr heterogen präsentierende Guiden-Literatur in Rom und Venedig rekurriert. Zudem ist Boschinis Kunstgespräch auf die Erzeugung von hoher Glaubwürdigkeit ausgerichtet, um den Leser*innen Vorstellungsbilder von Stadt und Malerei zu vermitteln und sie zugleich zur eigenen Evidenzerfahrung vor den Gemälden anzuleiten. Dies gelingt durch die Einbindung theaterhaft-performativer Elemente in die Handlung, durch die Evokation von Raum und schließlich durch die Nutzung einer Vielzahl unterschiedlichen Themenbereichen entstammender Sprachbilder.
    Um dieses so komplexe wie allusive hybride Textgefüge im „close reading“ zu erfassen und zu durchdringen, wurde eine Übersetzung aus dem Venezianischen ins Deutsche erstellt.

    Geplant ist eine zweisprachige Edition von Marco Boschinis Carta del navegar pitoresco, die einen ausführlichen, wissenschaftlichen Anmerkungsapparat sowie mehrere, die Carta einführende analytische Texte einschließt.
    Ziel des Aufenthalts am Deutschen Studienzentrum in Venedig soll es sein, die Edition der Carta del navegar pitoresco anhand von (kunst)literarischen Quellen, Archivmaterialien und Sekundärliteratur in verschiedenen Institutionen, Archiven und Bibliotheken zu vervollständigen und Boschinis Ekphraseis auch in Hinsicht auf dessen wahrnehmungsästhetische Bewertungskategorien mit den in situ befindlichen Gemälden abzugleichen.
  • Zwischen Scharlatanismus und Naturwahrheit - Tierpräparate in Bild und Wissenschaft der frühen Neuzeit in Venedig
    Postdoc | Fritz Thyssen Stiftung

    Kunstgeschichte
    Das am Deutschen Studienzentrum in Venedig angesiedelte Forschungsvorhaben möchte, ausgehend von Venedig als wichtigem Umschlagplatz, die Ursprünge von Tierpräparaten in europäischen Sammlungen beleuchten und die Wechselbeziehungen zwischen Scharlatanismus und Naturgeschichte in der frühen Neuzeit untersuchen. Das Projekt bespielt dabei ein noch recht unterforschtes Feld zwischen den Disziplinen Kunstgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Sammlungsgeschichte und Buchgeschichte, das das Verständnis über Frühformen von Tierpräparaten, ihre Visualisierung in Zeichnungen, Buchdruck und Artefakten sowie schließlich ihr Nachleben in den modernen Wissenschaften neu verhandeln möchte.

    Im Postdoc-Projekt sollen die Verbindungen Venedigs mit der terraferma und der Universitätsstadt Padua in der Tiefe analysiert werden, die ab 1533 eine der frühesten Medizinlehrstühle besaß und 1545 einen der ersten botanischen Gärten mit angeschlossener naturhistorischer Sammlung gründete. Mediziner, Naturforscher und Apotheker strömten in die Hafenstadt Venedig, um sich mit Pflanzensamen einzudecken, Fische, Vögel und anderes Getier auf den Märkten zu bestaunen und für ihre Forschungen zu erwerben. Dies ist auch der historische Moment, in dem verstärkt versucht wird, Tierkörper für einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Aufgrund der Schwierigkeiten, ausgestopfte Tiere über einen langen Zeitraum ohne moderne Trockenmittel zu konservieren, sind heute nur sehr wenige Exemplare aus der frühen Neuzeit in fragmentarischer Form erhalten geblieben und der Hauptteil der verfügbaren Quellen ist in Bild- und Textform überliefert.

    Als Praktizierende der „vernacular sciences“, wie sie von Pamela H. Smith bezeichnet wurden, waren Scharlatane die Äquivalente der heutigen Präparatoren, die mumifizierte oder ausgestopfte Tiere herstellten und diese in ihren Laboratorien und Verkaufsräumen ausstellten und zum Verkauf anboten. Scharlatane führten meist ein nomadenhaftes Leben, galten als obskur und führten ein Dasein am Rande der Gesellschaft. Wohl auch deshalb wurde ihre herausragende Rolle für die frühe Tierpräparation bis jetzt nicht ausreichend gewürdigt. Wichtige Publikationen der letzten Jahre zum Scharlatanismus wurden von David Gentilcore und Tina Asmussen zusammen mit Hole Rössler vorgelegt, die jedoch die wesentliche Wirkungsgeschichte dieser Figur für die Naturgeschichte nicht in der Tiefe bearbeitet haben.  Diese Untersuchung will deshalb Scharlatane, die sich im 16. Jahrhundert vermehrt in Venedig ansiedelten, und ihrer Abnehmer wie den Sammlern Daniele Barbaro und Giovanni Grimani in Venedig oder den Naturforschern Ulisse Aldrovandi in Bologna und Francesco Calzolari in Verona beleuchten.
    Von Februar 2024 bis Januar 2025
  • Transitionen Alter Vokalmusik durch italienische Komponist*innen ab 1950
    Postdoc

    Musikwissenschaft
    Ein bedeutender Teil italienischer Avantgarde-Komponist*innen seit 1950 hat Alte Vokalmusik, in eigene Kompositionen übertragend, auf raffinierte und vielfältige Weise musikalisch rezipiert, analysiert und interpretiert. Im Projekt wird das transformative Potenzial des musikalischen Erbes als rezipierte kompositorische Inspirationen, Techniken, Modelle im Hinblick auf ihre spezifische Ausdeutung und Rekontextualisierung in Neuer Musik beleuchtet, die sich auf Grundlage Alter Musik dialogisch erneuert. Zeitgenössische ‚Transitionen’ in Kompositionen, Transkriptionen, Bearbeitungen, Adaptionen und Aufführungen ermöglichen einen fruchtbaren Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Sie können neue interpretative, kompositorische und performative Verfahrensweisen hervorbringen und kreative Impulse setzen, die zwischen bewusster Annäherung, Zitat und Paraphrase einerseits und Distanzierung, Parodie und Verfremdung andererseits changieren und so an die künstlerische Reflexion in der Musikgeschichte appellieren.

    Durch die Berücksichtigung transdisziplinärer Aspekte erforsche ich im Projekt auch Phänomene intertextueller, intermedialer und transkultureller Verflechtungen sowie Prozesse interepochaler epistemischer Übergänge, einschließlich des Experimentalismus. Dialogische Beziehungen zwischen historisch weit voneinander entfernten Kompositions- und Interpretationsweisen können zum Vorschein kommen, wenn Musik im Spiel zwischen Präsenz und Absenz, Expansion und Reduktion, intermedialer Erweiterung und Verschiebung des Ausdrucks oder Nähe und reflektierter Distanz zum Anderen, Alten, dramaturgische Relevanz gewinnt. Die Bezugnahme auf, die Intervention in und die Interaktion mit Alter Musik können durch die Rekontextualisierung in Neuer Musik und Inszenierung interpretatorische Kohärenz bieten, indem sie den interpretatorischen Zugang vervielfachen und ihn näher an den Puls der Zeit bringen.

    Der Schwerpunkt liegt in der Interpretation vonseiten zeitgenössischer italienischer Komponist*innen und musikalischer und künstlerischer Kollektive ab ca. 1950 und in den durchlässigen Übergängen von Vokalmusik oder Musiktheater aus dem 14.-17. Jahrhundert sowie auf der Frage, wie diese sich sowohl im 14.-17. Jahrhundert als auch 20.-21. Jahrhundert als dramaturgische Stärken erweisen können. Ich rücke nicht nur die Kompositionen selbst ins Licht, sondern untersuche diese zugleich in ihrer jeweiligen Wechselwirkung und Spannung zwischen Referenzwerken und neuen Werken unter den Gesichtspunkten der Interpretationsforschung und der Aufführungs- und Inszenierungspraxis.

    Für meine Forschung am DSZV sind Komponist*innen relevant, deren Quellen in Venedig aufbewahrt werden, die dort ausgebildet wurden, dort gewirkt haben oder deren Werke dort aufgeführt wurden.
    Von Oktober 2023 bis März 2024
  • Von Venedig nach Berlin: die von dem venezianischen Kunsthändler Alvise Bernardino Barozzi ans Kaiser-Friedrich-Museum verkauften Kunstwerke aus byzantinischer Zeit, aus Mittelalter und Renaissance
    Postdoc

    Kunstgeschichte
    Die Staatlichen Museen zu Berlin besitzen viele Kunstwerke aus byzantinischer Zeit, aus Mittelalter und Renaissance: Gemälde, Skulpturen, liturgische Kunstgegestände, sowie Objekte der angewandten Kunst, die alle in der zweiten Hälfte des Neunzehnten Jahrhunderts, ins besondere aber in den ersten Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Gustav Friedrich Waagen (1794-1868), Ignaz von Olfers (1793-1872) und später auch durch Wilhelm von Bode (1845-1929) erworben wurden. Mehrere hundert Gegenstände aus dem italienischen Markt kamen dank der Kulturpolitik der Zeit und der gro?zügigen Finanzierung der Hohenzollern nach Berlin.

    Viele dieser Kunstwerke stammten aus Kunststädten wie Venedig, Ravenna, Florenz und Rom sowie aus Kampanien, Apulien und Sizilien. Durch die enge Mitarbeit der Museen mit bekannten italienischen connoisseurs und geschickten Kunsthändlern, die genau wussten, was die Berliner Museen benötigten und vor allem wo die notwendigen Gegenstände zu kaufen waren, um die Lücken der Berliner Sammlungen zu füllen, kamen die Kunstwerke nach Berlin. Dies betraf besonders Werke der altchristlichen und mittelalterlichen Zeit. Ziel der Berliner Kulturpolitik - und dies entsprach dem de persönlichen Wunsch Kaisers -, den Berliner Museen dasselbe Ansehen zu verleihen, wie es die Pariser bzw. die englischen Museen genossen.

    Heutigen Forschern, leidenschaftlichen Sammlern und Kunsthändlern sind Namen wie Stefano Bardini oder auch Ludwig Pollak wohlbekannt. Stefano Bardini, “il principe degli antiquari”, war in Florenz tätig. Ludwig Pollak, der berühmte Archäologe und Kunsthändler aus Prag, lebte und arbeitete in Rom. Auch venezianische Kunsthändler wurden eifrig erforscht, wie zum Beispiel Francesco Pajaro und Moise della Torre, die in der zweiten Hälfte des Neunzehnten Jahrhunderts in ständigem Kontakt mit den Berliner Museen standen. Aus Venedig stammt aber zudem ein Kunsthändler, der besonders interessant war: conte Alvise Bernardino “Dino” Barozzi.

    Während meiner Arbeit in Berlin zwischen 2021 und 2022 fand ich Barozzis Namen oft in alten Inventaren des Kaiser-Friedrich-Museums, das heutige Bode-Museum. Zudem konnte ich viele Transportdokumente einsehen, die Beziehungen zu Wilhelm Bode bezeugen. Sie behandeln den Verkauf von Skulpturen, “vere da pozzo”, “patere” sowie von alten Gemälden, die heute teilweise ausgestellt sind oder in den Depots aufbewahrt werden.

    Barozzi war vornehmlich zwischen 1900 und 1914 tätig und er kannte sehr genau die Wünsche Wilhelm Bodes für seine Museen: Kunstwerke venezianischer Provenienz aus Sakralbauten, wie Abteien und Klöstern, sowie aus Privatpalästen. Au?er diesen Kunstwerken besitzen die Museen auch den Briefwechsel zwischen Wilhelm Bode und Alvise Barozzi. Es handelt sich um mehr als 200 Briefe, die oft mit Fotos und Skizzen der zum Verkauf stehenden Werke versehen sind.

    Ziel meines Forschungsprojekts ist es, diese vielfältigen und bisher unbekannten Dokumente zu untersuchen, die sowohl in Berlin wie auch in einigen wichtigen venezianischen Archiven verwahrt werden. Auf diese Weise lie?e sich das Leben Alvise Bernardino Barozzis, einem Mitglied einer der zwölf „apostolischen“ Familien Venedigs, besonders im Hinblick auf seine Tätigkeit als Kunsthändler rekonstruieren.

    Diese Untersuchungen könnten dazu beitragen, den im 20. Jahrhundert in Venedig und unter den dort ansässigen Künstlern vorherrschenden “gusto” ebenso wie die Entwicklung des Kunstmarkts zwischen Italien und Deutschland besser zu verstehen; und dies in einer Zeit, in der die verschiedenen italienischen Regierungen versuchten, die Ausfuhr von Kunstwerken mittels nach und nach strengeren Gesetzen zu reglementieren. Damit sollte der Versuch unternommen werden, die nationalen Schätze zu bewahren – ein Ziel, das nur teilweise erreicht werden konnte.
  • Konzeption und Umsetzung der ersten Kapitel eines in Venedig spielenden Romans
    Kunststipendium

    Literatur
    Melanie Raabe spielt in ihren Romanen mit unterschiedlichen Formen und Genres, um so das Hier und Jetzt literarisch erfahrbar zu machen: Sie kombiniert Realismus und Phantastik, Lyrisches und Märchenhaftes mit Suspense. Oftmals werden dabei die Schauplätze selbst zu Charakteren. Nach u.a. einem Kammerspiel, einem modernen Schauerroman in Wien und einem Spannungsroman aus dem Dorf widmet sie sich mit ihrem neuesten Romanprojekt dem Schauplatz Venedig. Ausgehend von ihren letzten Arbeiten entwickelt Raabe vor Ort einen Prosatext, dessen Plot in der Lagunenstadt seinen Ausgang nimmt, und der vor allem den Sound der Stadt zu erfassen sucht.
    Von Januar 2024 bis März 2024
  • Die Sammlung des Karl Roner von Ehrenwerth und das Kunstverständnis der ausländischen Eliten im habsburgischen Venedig
    Postdoc

    Kunstgeschichte
    Das Projekt untersucht die bisher nicht erforschte Sammlungstätigkeit des gebildeten Regierungsrates Karl Roner von Ehrenwerth. Er gehörte zu den zahlreichen habsburgischen Beamten, die sich während der österreichischen Herrschaft (1815-1866) auf Geheiß des Kaisers in Venedig aufhielten, um wichtige Ämter in den neuen politischen und administrativen Institutionen der Lagunenstadt aufzunehmen.

    Mithilfe von Archivmaterial und Roners unveröffentlichten Korrespondenzen zielt das Vorhaben darauf ab, nicht nur seine wenig bekannte Biografie und sein Netzwerk in Venedig zu beleuchten, sondern vor allem die Inhalte seiner bemerkenswerten Gemäldesammlung zu identifizieren. Diese wurde von seinen Zeitgenossen sehr bewundert, ging jedoch nach seinem Tod «in die Museen jenseits der Alpen».

    Außerdem strebt das Projekt langfristig an, die politische Bedeutung von Roners Sammlungstätigkeit zu kontextualisieren. Tatsächlich lassen zeitgenössische Quellen, Kataloge und Tagebücher vermuten, dass weitere führende Persönlichkeiten der ausländischen politischen, religiösen, juristischen und administrativen Eliten ihre herausragende Stellung in der Lagune ausnutzten, um ebenfalls Kunstsammlungen anzulegen.
    Von Oktober 2023 bis März 2024

Personen/zukünftige Projekte

  • Die Architektur der Cappella Emiliana

    Dissertation Projekt
    Von März 2024 bis August 2024
  • Archival Insights: Tracing Jacob Marcaria’s Life in Renaissance Venice
    Von Dezember 2024 bis April 2025
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2024 bis Dezember 2024
  • Europa als Vorbild? Die Geschichte des nachhaltigen Tourismus am Mittelmeer 1970-2019
    Von April 2024 bis August 2024
  • „Selbstdarstellung und Selbstwahrnehmung venezianischer Frauen, 1580 bis 1620“
    Dissertationsprojekt
    März 2024
  • Machina Mundi / Reign of Reason

    Kunststipendium
    Von April 2024 bis Juni 2024
  • „Griechische Leser und Buchnetzwerke im frühneuzeitlichen Venedig. Archivzeugnisse zur Bibliothek von Gerasimos Vlachos“

    Post-Doc
    Von Oktober 2024 bis Januar 2025
  • Venedig in 'goldenen Zeitalter der italienischen Judaistik'. Jüdisch- humanistische Beziehungen in der Literatur der venezianischen Frühneuzeit.

    Post-Doc
    Von April 2024 bis September 2024
  • Von Venedig nach Berlin: die von dem venezianischen Kunsthändler Alvise Bernardino Barozzi ans Kaiser-Friedrich-Museum verkauften Kunstwerke aus byzantinischer Zeit, aus Mittelalter und Renaissance
    Postdoc
    Von September 2024 bis Oktober 2024
  • Giandomenico Tiepolos Spektakelbilder: Zuschauerfiguren und Betrachterrollen im 18. Jahrhundert in Venedig
    Promotionsprojekt
    Von September 2024 bis Dezember 2024
  • Die Geburt des literarischen Handlungsballetts in Italien (1760-1820) Postdoc
    Von Juni 2024 bis August 2024
  • Zwischen Hunger und Völlerei: Ernährungstrends im Europa des Mittelalters
    Postdoc-Projekt
    April 2025
  • Patente Leute. Glasindustrie in Murano zwischen Tradition und Innovation, fama und Geheimnis
    Von Januar 2025 bis März 2025
  • Beteiligung deutschsprachiger Akteur:innen am Kulturgütertransfer aus Venedig (1937-1945)
    Von April 2024 bis Mai 2024
  • Vicino Orsini – Studienjahre eines Proto-Anarchisten.

    Kunststipendium
    Von Juli 2024 bis September 2024
  • Kunststipendium
    Von April 2024 bis Juni 2024
  • Kunststipendium
    Von Juli 2024 bis September 2024
  • Scomparso? Spuren karmelitischer Predigttätigkeit in Venedig
    Postdoc
    Von Mai 2025 bis Juli 2025
  • Kollaboratives Komponieren in der Frühen Neuzeit
    Mai 2024
  • April 2024
  • Erwerb und Austausch von Wissen in der Kartographie um 1500
    Dissertationsprojekt
    Juni 2024
  • Tacitus als Verhaltenskompass bei Hofe: Nicolò Minatos Elio-Seiano-Libretti (1667)
    Postdoc
    Von September 2024 bis November 2024
  • Die päpstliche Antikenaufsicht im 17. Jahrhundert
    Dissertationsprojekt
    Oktober 2024
  • Venezia oltre Venezia: Das Bild Venedigs an der Adria zwischen Irredentismo und Globaltourismus

    Post-Doc
    Von April 2025 bis Juli 2025
  • Kunststipendium
    Von Oktober 2024 bis Dezember 2024

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