Deutsches Studienzentrum in Venedig

Lucas Odahara

Lucas Odahara

Kunststipendium

Bildende Kunst

Am Deutschen Studienzentrum in Venedig untersucht Odahara weiterhin den sich wandelnden westlichen Blick auf die japanische Ästhetik – vom Exotismus des späten 19. Jahrhunderts bis zur Einbindung japanischer Ästhetik in die westliche Geschichte der Moderne nach dem Zweiten Weltkrieg. In Venedig nähert er sich dieser Frage über die Sammlung des Museums für Orientalische Kunst, die Objekte umfasst, die Prinz Enrico di Borbone-Parma während seiner Reisen durch Ostasien in den späten 1880er-Jahren erwarb, sowie im Kontrapunkt zu Carlo Scarpas Auseinandersetzung mit der traditionellen japanischen Architektur, die er im Zusammenhang mit dem allgemeinen Interesse an Japan bei modernen Architekten wie Walter Gropius und Frank Lloyd Wright betrachtet. Die Verbindungen – und insbesondere die Distanzen – zwischen diesen unterschiedlichen Sichtweisen auf japanische Objekte und Architektur werden im Rahmen Odaharas umfassenderem Interesse an den Vermächtnissen der modernen Architektur und an der Art und Weise betrachtet, wie diese an der Konstruktion des Selbst in transnationalen Kontexten beteiligt sind.

Parallel dazu setzt er im Studio seine Werkserie Intervalos fort, in der kleine, faltbare Papierobjekte als vorläufige Instrumente dienen, um Fragen der Bewegung zu navigieren. Durch Faltungen, Öffnungen und Transformationen untersucht die Serie das Verhältnis zwischen Körper und Raum sowie zwischen tragbaren Formen und den Umgebungen, in denen sie sich befinden. Die Forschung in Venedig führt diese Fragestellungen weiter, indem sie untersucht, wie Formen, Körper und Ideen durch ihre Bewegung zwischen kulturellen Kontexten geprägt werden.

Durch die Arbeit mit unterschiedlichen Medien – darunter keramische Glasurmalerei, Skulptur, Collage und Schreiben – kreist Odaharas künstlerische Praxis um die Frage, wie Bilder, Raum, der Körper und seine Bewegungen an der Herausbildung des Selbst beteiligt sind.

Seine Arbeiten greifen häufig auf Architektur zurück, sowohl als physische Struktur als auch als Sprache, innerhalb derer und durch die diese Fragen gestellt werden. Temporäre Strukturen, darunter Bühnenbilder, Ausstellungseinrichtungen und Architekturmodelle, erscheinen in seinem Werk immer wieder als Metaphern für die Mechanismen, durch die Identitäten aufgeführt und vermittelt werden.

2024 war er Stipendiat an der Jan van Eyck Academie in den Niederlanden; 2022 wurde Odahara mit dem Berlin Art Prize ausgezeichnet. Zu seinen jüngsten Ausstellungen zählen das Fukuoka Asian Art Museum, Fukuoka (2026), David Peter Francis, New York (2025), der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.), Berlin (2024), das TaxisPalais Kunsthalle Tirol, Österreich (2023), und die Berlinische Galerie (2021), neben anderen.
Website: Lucas Odahara

Von Juli 2026 bis September 2026