Martina Calì
Paolo Orlandini und seine Schrift gegen die Astrologie: Studie zu einer Renaissance-Debatte über die Zukunft zwischen Florenz und Venedig
Dissertationsvorhaben
Geschichte der frühen Neuzeit, IUE Firenze - Prof. Dr. Lauren Kassell
In meiner Forschung befasse ich mich mit dem Interesse des Patriziers Domenico Morosini für die Zukunft und ihre Verbindung mit der Tugend der Klugheit als Befähigung zur Vorhersage.
Nachdem ich eine Reihe unveröffentlichter Briefe gefunden habe, die das Interesse Morosinis an Prophezeiungen vom Ende des 15. und Beginn des 16. Jahrhunderts im florentinischen Milieu belegen, habe ich untersucht, inwiefern dieses Interesse von zentraler Bedeutung für Morosini und seine Zeitgenossen war. Daher habe ich mich mit dem ihm gewidmeten Buch Liber satyricus de notitia futurorum contra astrologos beschäftigt. Die Schrift des Kamaldulensermönchs Paolo Orlandini da Firenze wurde kurz vor Morosinis Tod und der Niederlage der Venezianer bei Agnadello [1509] fertiggestellt. Anhand dieser Schrift untersuche ich auch den Einfluss auf den Traktat Libellus ad Leonem X [1513] der Patrizier Paolo Giustinian und Pietro Querini, die bereits einige Jahre zuvor Schüler Orlandinis waren. Dabei geht es um den Kampf gegen den Aberglauben in Europa sowie die darin enthaltenen Anfänge des wissenschaftlichen Rationalismus.
Die Untersuchung eröffnet neue Perspektiven auf eine entscheidende Periode im christlichen und pre-reformierten Europa und in der Renaissance, indem sie die Verflechtung von Humanismus, Theologie und Rationalismus hervorhebt. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, einen vertiefenden Beitrag zur Erforschung der Verbindungen zwischen Florenz und Venedig in der frühen Neuzeit zu leisten.
Von Januar 2026 bis Februar 2026
Mai 2026